Ausflug zur Sorpeseeklinik

91,8 Kilometer sind es genau von Essen Reisebushaltestelle, Essen Hauptbahnhof. bis zur Neurologischen Fachklinik am Sorpesee. Gut gelaunt und froh gestimmt treffen sich die Mitglieder der Essener Parkinsongruppe am verabredeten Ort. Wir fahren über die Autobahn bis Arnsberg, mit schönem Blick auf den Arnsberger Wald und schon sind wir in Sundern. Die Gruppenleiterin erinnert an Heinrich Lübke, dessen Geburtshaus hier steht. Er war der zweite Bundespräsident der BRD von 1959-1969.

In Langscheid haben wir den ersten Blick auf den Sorpesee. Fröhliches Winken und Empfangen von Frau Gabriel am Eingang zur Klinik. Die große Therapiehalle ist extra für unseren Besuch ausgeräumt. Als Erstes einen Imbiss, lecker! Alles in Art des Finger Food und mit Getränken, die wir mehr als gerne zu uns nehmen. Die Neurologische Fachklinik Sorpesee ist eine Akutklinik. Ein überschaubares Team aus hochqualifizierten Ärzten für Neurologie, Psychiatrie und Schmerztherapie bildet das medizinische Fundament für die Parkinson-Therapie.

Zuerst stellen sich die Therapeuten vor und erläutern ihre Konzepte. Laura Beuel ist Ergotherapeutin, Kathrin Stein Logotherapeutin und Robin Rautenstrauch ist Physiotherapeut. Auf dem Foto unten sind sie von links nach rechts zu sehen.  Wir erfahren, was der Begriff „Multimodale Komplextherapie“ bedeutet. Es ist Zeit für Nachfragen und Diskussion.

Der Chefarzt Prof. Dr. Candan Depboylu kommt dazu und stellt sich vor. Er erzählt uns, dass er mit seiner Familie immer noch in Marburg wohnt. Gleichzeitig schätze er aber auch die Nähe und leichte Erreichbarkeit zu den großen Städten wie Dortmund oder Münster. Die leichte Erreichbarkeit der Klinik ist umgekehrt für die Parkinson-Betroffenen wichtig. Das Motto der Klinik ist: Eine Therapie kann nur erfolgreich gelingen, wenn dabei der Mensch im Mittelpunkt steht.

 

Es folgt ein Vortrag von Professor Depoboylu. Wir sind gespannt.

Der Chefarzt beschreibt detailliert die Abschnitte im Leben und Erleben der Parkinsonschen Krankheit, wie sie viele Teilnehmer selbst erlebt haben. Der Professor berichtet, dass sich im Bereich der Antiparkinsonmedikamente im Laufe der Jahre viel getan hat. Er spricht von der heutigen Kombinationstherapie mit weiteren Antiparkinsonmitteln (Dopamin-Agonisten, MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer, NMDA-Antagonisten), die die Lebensqualität der Patienten grundlegend verbessert hat.

Die Gruppenleiterin bittet Prof. Candan Depboylu um die letzte Folie seines Vortrags zur Veröffentlichung seines Chefarzt-Vortrags auf unsere Homepage. Sie sehen sie weiter unten.

Die Neurologische Klinik mit Blick auf den Sorpesee hat sich in den vergangenen Jahren baulich sehr verändert. Auffallend ist vor allem die großzügige bauliche Vergrößerung, noch nicht ganz beendet. Der gesamte Klinikkomplex ist angelegt mit Blick auf den See. Draußen im Vorgarten gibt es viele Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Entspannen. „So lange wie möglich ein normales Leben leben“, das wünschen sich Menschen, die erkrankt sind an Morbus Parkinson.

Die dPV-Gruppe Essen bedankt sich beim Klinik-Team für die gewährte Gastfreundschaft. Sie bedankt sich nicht zuletzt für die vielen Mut machenden Eindrücke, die mit nach Hause genommen werden. Und einige Essener haben sich schon für einen stationären Aufenthalt in der Klinik angemeldet.

 

 

Letzter Abschnitt des Vortrags

Parkinsontherapie mit Augenmaß

Fazit:

  • Derzeit symptomatische Therapieansätze
  • Behandle früh und effizient
  • Kläre auf über falsche Ängste ("L-Dopa-Phobie")
  • Cave: Therapie bei Multimorbidität oder "Hohes Alter"
  • Sicherheitsrelevantes Nebenwirkungsprofil der Therapie beachten
  • Einsatz einer "patientenorientierten" Therapie-Strategie